FC-Bayern-Star Christian Lell: „Ich starb – bevor ich gestorben bin“

Shownotes

Triggerwarnung: Diese Folge behandelt Suizidgedanken und mentale Krisen.

Ein Spieler des FC Bayern München spricht hier erstmals öffentlich darüber, dass er nicht mehr leben wollte.

Christian Lell: Deutscher Meister, Double-Gewinner, Champions-League-Spieler. Seit seinen Kindertagen beim FC Bayern. In dieser Doppelfolge erzählt er seine wahre Geschichte.

Trotz maximalem Erfolg fühlte er innerlich nur Leere, Druck und Schmerz.

Zum ersten Mal beschreibt er den Moment, in dem er in den Tod sprang – und nur durch Glück überlebte.

Diese Folge ist für alle, die nach außen funktionieren – und innerlich kämpfen.

Sie zeigt, was wir feiern: Titel, Status, Erfolg. Und was wir oft nicht sehen: den Menschen dahinter.

Teil 1: Der Moment, in dem er „starb, bevor er gestorben ist“
Teil 2: Vom Rockstar-Leben auf Ibiza zur inneren Freiheit (erscheint morgen)

Wenn dich diese Themen belasten, höre bitte achtsam oder überspringe einzelne Passagen.

Wichtige Nothilfe-Nummern:

  • 112 - Notruf (akute Gefahr, medizinischer Notfall)
  • 110 - Polizei (wenn du dich nicht sicher fühlst oder sofortige Hilfe brauchst)
  • 116 123 - TelefonSeelsorge 24/7, kostenlos und anonym
  • 116 117 - Ärztlicher Bereitschaftsdienst (wenn es dringend ist, aber nicht lebensbedrohlich)
  • 116 111 - Nummer gegen Kummer (Kinder und Jugendliche), kostenlos und anonym
  • 0800 111 0 550 - Elterntelefon für Eltern und Bezugspersonen

Transkript anzeigen

00:00:01: Hier

00:00:01: ist

00:00:02: Tom Junkersdorf

00:00:04: mit

00:00:04: Tomorrow.

00:00:05: Der Nummer eins Podcast heute mit einem krassen und hoch emotionalen Thema.

00:00:17: Ich möchte euch deshalb an dieser Stelle warnen und gleichzeitig einladen.

00:00:22: Denn hier spricht gleich ein Spieler vom FC Bayern München darüber, dass er nicht

00:00:29: mehr

00:00:29: leben wollte.

00:00:32: Zum ersten Mal beschreibt er auch, wie er in den Tod gesprungen ist und

00:00:36: nur

00:00:37: durch Glück überlebte.

00:00:40: Ein wichtiger Hinweis deshalb, wenn dich diese sensiblen Themen belasten, überspringe die entsprechenden Passagen.

00:00:47: In den Show-Nots haben wir Nummern für die Nothilfe dazu.

00:00:52: Mein Gast in dieser Doppelfolge, es ist Christian Lell.

00:00:56: Ein halbes Leben beim FC Bayern, deutscher Meister, Doppelgewinner, Champions League gespielt, aber hier, hier, Erzählte seine wahre Geschichte.

00:01:06: Es ist die Geschichte hinter all dem

00:01:09: Erfolg.

00:01:13: Und so war unsere Kindheit sehr angespannt.

00:01:16: Sie war sehr gewaltbehaftet.

00:01:18: Sie war sehr auch mit Alkohol geprägt.

00:01:22: Und das hat sicherlich auch meine Resilienz gebildet, dann mit dem Talent, das ich hatte, als Fußballer bei einem München auch Titel zu gewinnen.

00:01:29: Aber am Ende des Tages hat das auch sehr, sehr viel Angst geschürt in mir als kleine Junge.

00:01:34: Ich kann mich an eine Situation erinnern.

00:01:35: Das war die Nacht von meinem neunten auf mein zehntens Lebensjahr.

00:01:39: Da lag ich im Bett und ich wollte diese Nacht einfach überleben.

00:01:45: Im Rückblick die dunkelste Stunde oder die dunkelste Phase meines Lebens.

00:01:50: Ich hatte Angst davor, wieder in eine Ecke gestellt zu werden öffentlich.

00:01:57: Das hat mich sukzessiver.

00:01:58: in eine Depression manifriert, die in der Spitze auch dazu führte, dass ich tatsächlich nicht mehr am Leben sein würde.

00:02:10: Wir waren auf Ibiza, ich habe eigentlich den Sommer hinweg immer auf meinem Boot gelebt und es war ein Nachmittag und ich hatte einige Gäste am Boot wieder und guckte noch auf Deck zwei hoch und sah meine bekannten Feiern und trete mich um.

00:02:27: und ich ging ins Heck meine Schiffs und schaute noch kurz hoch.

00:02:31: Und habe mein Leben in dem Moment nicht aufgegeben, aber ich wollte es in die Hand Gottes legen.

00:02:41: Ich habe mir gesagt, ich habe mein ganzes Leben Gas gegeben.

00:02:44: Ich habe wirklich versucht, aus dem Herzen herauszuleben.

00:02:49: Ich habe mein Leben dann, ja, in the universe got higher self, wie auch immer du es nennen willst, gelegt und habe mich ins Heck fallen lassen bei Fahrrad.

00:02:57: Und es haben ja drei recht große Schiffschrauben gewesen.

00:03:04: Ich hatte zwei, drei Sekunden Todesangst.

00:03:07: Ich wusste nicht, ob ich angezogen werde oder weggedrückt werde.

00:03:10: Also es war eine Situation, in der ich mich völlig hingegeben habe in den Lauf des Lebens.

00:03:16: Und das war der Moment, als ich starb, bevor ich

00:03:19: wirklich gestorben bin.

00:03:29: Warum Christian hält seine Geschichte hier mit euch teilen möchte, weil er anderen damit helfen will.

00:03:35: Menschen, denen es genauso geht.

00:03:38: Und weil es sehr viel über unsere Gesellschaft sagt, wir sehen immer die Erfolge auch auf höchstem Level.

00:03:44: In diesem Fall FC Bayern München, mehr geht nicht.

00:03:48: Aber wir sehen meist nicht die Menschen dahinter.

00:03:52: Dieser Mensch, das ist Christian Le.

00:03:55: Schon von Kindesbeinen an beim FC Bayern.

00:03:59: Zehn Jahre Fußball Bundesliga, viele Titel gewonnen.

00:04:03: Die Wahrheit aber, er hat nur Schmerz geführt.

00:04:06: Christian hat jetzt ein Buch darüber geschrieben, der Titel, From Ego to Hard.

00:04:12: Hier zeigt er uns jetzt sein Herz.

00:04:15: Wir haben das Gespräch im Stangewirt in Kitzbüge führt.

00:04:19: Wir haben über zwei Stunden gesprochen und es in zwei Episoden geteilt.

00:04:23: Heute

00:04:24: Teil eins, dann

00:04:26: einmal durchatmen, nachdenken und morgen machen wir dann weiter mit Teil zwei.

00:04:31: Okay, wie Christian das alles überlebt hat.

00:04:35: Sein neues Leben und sein neues Business, das er aufbaut.

00:04:39: Finding Freedom heißt es.

00:04:41: Ein Masterprogramm, mit dem einem Menschen berät und coacht und begleitet, ihr Glück zu finden.

00:04:47: Aber nicht in Titeln und Status-Symbolen, sondern ein Glück, das sie auch im Inneren spüren.

00:04:54: Finding Freedom, das ist die wahre Geschichte von Christian Lell.

00:05:05: Hey Christian, willkommen weit tomorrow!

00:05:08: Ja Tom, freut mich hier zu sein.

00:05:09: Schön.

00:05:10: Es ist so cool, dass wir uns hier im Stangewirt sehen.

00:05:13: Und ich habe heute Morgen bei Insta schon gesehen, du hast schon trainiert.

00:05:15: Hier kann man ja super trainieren.

00:05:17: Ja, beste Voraussetzungen.

00:05:18: Heute war allerdings, ich hatte es dir schon gesagt, vor zwei Tagen habe ich ein Hallenturnier gespielt mit FC Bayern, U-Fz.

00:05:25: Und ich habe bestimmt ein gutes Jahr erreicht.

00:05:29: Also mindestens ein Jahr, nicht mehr gegen den Ball getreten.

00:05:32: Und eigentlich wollte ich heute laufen.

00:05:33: Ich bin zur Vorbereitung zum Iron Man, aber es ging nicht.

00:05:37: Also musste ich mich mit dem Gym... Genüge gegeben, aber es war super.

00:05:40: Super Gym, super Ausblick, ich war so motiviert.

00:05:43: Okay, sehr cool.

00:05:44: Du hast es gerade gesagt, du warst mit deinen alten Kollegen unterwegs, mit den Legenden vom FC Bayern München.

00:05:50: Franck Ribéry, habe ich gesehen, Arjen, Robben und du, wieder alle zusammen.

00:05:54: Ging es noch?

00:05:55: Konntest du noch Fußball spielen?

00:05:56: Oder verlernt man das?

00:05:58: Man muss schon dazu sagen, wir haben das Turni mit der U-Fahrt sich am Samstag gehabt.

00:06:02: Die Jungs haben gestern gespielt und ich konnte gestern keinen Meter laufen.

00:06:05: Es war einfach schlicht unmöglich zu spielen.

00:06:08: Wie ist es, wenn man nach so langer Zeit mal wieder ein Trico einzieht?

00:06:13: Du, das war... Ich bin raus jetzt aus dem Fußball zwölf Jahre und ich habe konsequent auch nichts gemacht.

00:06:22: Also, sagen wir mal, kein Fußball gespielt die zwölf Jahre.

00:06:24: Für mich war das so ein Kapitel, das beendet war.

00:06:28: Und als die Anfrage kam vor zwei, drei Wochen, wo ich nicht mitkicken möchte, bei diesem Legendencup im Harz oben, habe ich sofort gespürt, dass ich es machen will.

00:06:39: und weil da mal mal auch ein Gefühl wieder entwickeln, wie sich es anfühlt und da waren.

00:06:43: Ailton war da, Petersen war da und einfach so alte Weggefährten von früher.

00:06:48: Das war per se schon sehr, sehr schön.

00:06:51: Aber das Bayern-Trik wieder über zur Streifen.

00:06:53: Allein in diesen Bus einzusteigen, diese Atmosphäre wieder aufzusaugen.

00:06:58: Hat mir große Freude bereitet und es war zugegeben, es war auf ein bisschen emotional.

00:07:04: Doch.

00:07:05: Wow, emotional.

00:07:06: Weil, weil du doch was vermisst oder weil Bilder hochkommen von besonderen Momenten oder was machtest du mit dir?

00:07:14: Nein, vermisst.

00:07:15: Ich habe nichts vermisst, tatsächlich.

00:07:18: Der Fußball war, der war abgehakt, so nachdem ich die Entscheidung getroffen habe, das hinter mir zu lassen.

00:07:23: Aber als Münchner Kindle, ich habe meine ganze Kindheit und mein Teenager-Alter und auch eigentlich meine zwanziger.

00:07:34: in der Sebener Straße und bei Bayern München verbracht.

00:07:37: Klar, das sind dann schon Erinnerungen hochgekommen, die schöne Gefühle ausgelöst haben.

00:07:45: Und da wird man halt schon so ein bisschen, sag ich mal, emotional.

00:07:52: Ich würde es jederzeit wieder machen.

00:07:53: Wir sind auch so verblieben.

00:07:54: Wenn wieder Turniere kommen und spiele, steige ich nochmal ein.

00:07:57: Aber ich merke schon, ich laufe zwar regelmäßig, also fast täglich, einige Kilometer, aber so auf die kurzen Strecken und dann in der Halle.

00:08:05: Ich habe meine Gelenke gut gemerkt gestern und heute auch noch.

00:08:08: Okay, okay, okay.

00:08:09: Aber der Triathlon steht, Iron Man steht, ist dein festes Ziel.

00:08:13: Ja,

00:08:13: das ist mein festes Ziel.

00:08:15: Da arbeiten wir hin mit Jürgen Zeck, der ist ja die Ikone.

00:08:19: Der bringt mich sozusagen auf Vordermann und wir sind jetzt neunundzwanzig Tage im Training, also da ist schon noch Luft.

00:08:25: Da ist noch schon Strecke zu gehen, aber das Ziel ist gesetzt, die Intention ist gesetzt und da freue ich mich auch schon sehr drauf.

00:08:31: Okay.

00:08:32: Christian, ich freue mich wahnsinnig auf das Gespräch mit dir und bin natürlich auch super gespannt, weil ich habe schon dreihundert Podcasts gemacht, ich habe so viele auch Fußballer, Fußballstars gehabt, aber ich muss sagen, ich habe noch nie jemanden, als Gast in meinem Podcast gehabt, der so ehrlich, so

00:08:54: auch

00:08:55: brutal offen mit sich selbst abrechnet, wie du es machst.

00:09:01: Und du machst es, du machst es ja auch jetzt in Form eines Buches, du schreibst ein Buch vom Ego zu hart, also vom Ego zum Herzen.

00:09:11: Warum machst du das?

00:09:12: Warum rechnest du so hart mit dir ab?

00:09:17: Also ich sehe das gar nicht als Abrechnung.

00:09:20: Wer mich kennt, der weiß, dass ich all das, was ich im Leben bisher gemacht habe, immer Hermann Gerland, einer meiner ersten und auch wichtigsten Trainer, wenn ich so zurückschau, auf meine Karriere, hat immer gesagt, der Christian Lell, der ist besessen.

00:09:35: Das gibt es nicht.

00:09:36: Der kommt als erstes, der geht als Letztes und der läuft mehr Kilometer als alle anderen auf dem Platz.

00:09:42: Aber was ich damit sagen will, ich habe einfach seit jeher Das, was ich machte, habe ich immer zu hundert Prozent gemacht.

00:09:49: Und ja, dieses Buchprojekt hat mich eigentlich gefunden.

00:09:57: Es war nicht so, dass ich irgendwann aufstand in der Schule und sagte, ich will jetzt ein Buch schreiben, sondern meine eigene Transformation, nennen wir es mal so, da kommen wir sicher auch nochmal gleich dazu in meiner Wieter.

00:10:11: führte zwangsläufig zu einer tiefen, tiefen Reflexion meiner selbst.

00:10:15: und dann wollte ich es für mich einfach mal runter schreiben, weil ich feststellte, in der Phase, als ich anfing mal wirklich in die Reflexion zu gehen, also wirklich tief in die Reflexion zu gehen, dass es mir leichter fällt, wenn ich gewisse Dinge aufschreibe und so bin ich auch noch in der Vergangenheit dann immer von einem ins nächste gekommen, was man vielleicht vorher gar nicht so bewusst irgendwie fühlt oder wahrgenommen hat.

00:10:42: und ja und dann habe ich gesagt so als schreibe ich aber mal die biografie nieder wie ich mein leben empfunden habe.

00:10:48: und ja.

00:10:50: und dann jahre später erst die biografie war ab also fertig geschrieben.

00:10:53: und erst jahre später hatte ich dann den impulse und auch von außen die möglichkeit zu sagen mensch also irgendwie haben wir dich so in erinnerung und Jetzt bist du so, wollen wir das nicht irgendwie vielleicht über den Buch gießen?

00:11:10: So, ich glaube, wurde mir gesagt, ich glaube, das könnte Menschen schon irgendwie interessieren und inspirieren.

00:11:16: Und so hatte ich dann auch gesagt, ja, gut, also Biografie habe ich ja schon geschrieben.

00:11:21: Wer bin ich jetzt?

00:11:21: Ich will jetzt nicht in die Biografie rausbringen.

00:11:23: Ich will leider keinen Fußballweltmeister geben.

00:11:26: So, wer will das lesen?

00:11:27: Aber was ich gefühlt habe, ist man die Erfahrung nicht machen durfte in meinem Leben.

00:11:33: als Rollercoaster und in allen mit allen Höhen aber auch Tiefen und in den Lehren, die ich daraus gezogen habe.

00:11:40: Da habe ich schon gespürt, das könnte vielleicht den ein oder anderen schon inspirieren, auch mal nach innen bei sich selbst zu schauen.

00:11:48: So und das war dann die Geburtsstunde der Entscheidung, das Buch auch wirklich nach außen zu tragen.

00:11:53: und dann habe ich es fertig geschrieben, umgeschrieben.

00:11:55: und dieses Jahr im September, am fünften September ist der Erscheinungstimine.

00:12:01: Du sprichst über einen Rollercoaster über die Ups and Downs.

00:12:06: Fangen wir mal mit den Ups an.

00:12:08: Du nennst das Buch ja vom Ego to hard.

00:12:12: Wie groß war dein Ego?

00:12:16: Ja, gut, Ego ist... Also, wir müssen vielleicht ein bisschen definieren.

00:12:21: Also, genauso wie Erfolg, dein Buch, der kurz und erfolgt, da würde ich gerne später auch nochmal ein, zwei Fragen stellen.

00:12:26: Aber die Definition von Ego ist ja gleich da, sollten wir mal ansetzen, weil das Wort Ego ist so in aller Munde.

00:12:32: und als ich anfing, das Ego zu studieren, weil es mich so sehr getrieben hat in mein ganzes Leben, in Höhen, aber besonders auch in schmerzhafte Momente, dann stellt ich fest, das Ego per se ist eigentlich wunderbar.

00:12:49: Ego heißt ich.

00:12:52: Also mein Ich ist genauso groß wie Deins, das ist einfach so wie es ist.

00:12:56: nur meine ganzen Konzepte, die ich aus meiner Kindheit heraus besonders und auch aus meinen Erfahrungen dann im Verlauf meines Lebens gesammelt habe und angehäuft habe.

00:13:05: Die haben dieses konditionierte, diesen konditionierten Ego-Verstand enorm in eine, sage ich mal, sehr, sehr falsche Richtung gelenkt.

00:13:17: Und das führt ja auf der einen Seite dazu große Erfolge, ja, so wenn man sagen würde, Geld ist Erfolg, deutsche Meisterschaft mit Bayern München ist ein Erfolg.

00:13:33: Wenn man sagen wird, einen gewissen Grad an Berühmtheit zu erreichen, wenn man das alles in die Kiste des Erfolgs reinpackt, dann könnte man sagen, ja, wahrscheinlich würde man sagen, der war jetzt nicht wirklich unerfolgreich, also der hat schon ein bisschen was geleistet.

00:13:51: Aber die Kehrseite war natürlich auch da, weil sehr, sehr viel eben an an Schmerz, an falschen Werten, an falschen Glaubenssätzen.

00:14:05: Den Nährboden gebildet haben für die ein Erfolg, den ich erreicht habe.

00:14:12: Da fing dann irgendwann im Laufe des Lebens dann mal durch schmerzhafte Momente eine tiefgreifende Reflexion statt.

00:14:19: Was sind die schmerzhaften Momente?

00:14:22: Schmerzhafte Momente sind Da mal generell gesprochen, würde ich sagen, Enttäuschungen.

00:14:31: Also du hast eine Erwartungshaltung an einen Umstand im Leben und der wird nicht erfüllt.

00:14:37: Ja, das glaube ich jetzt mal auf jeden Fall für jeden Mal schon mal schmerzhaft.

00:14:41: In dem Moment, wenn man schon eine Erwartungshaltung aufbaut, dann können wir gerne auch noch mal ein Schritt tiefer gehen nachher.

00:14:46: Das Leben ist nie schmerzhaft per se, also für meinen dafür halten.

00:14:49: Es ist die Bewertung, die wir den Umstand dem Menschen dem Leben geben, weil das Leben es wie es ist.

00:14:55: Aber unsere Bewertung.

00:14:57: Und da bin ich eben sehr, sehr tief eingestiegen, weil ich sehr, sehr viel Schmerz empfunden habe für mich.

00:15:05: Also ich habe Fehler gemacht, als ich in der Öffentlichkeitsstand wurde.

00:15:13: Und du fragtest mich, was ist schmerzhafter Moment gewesen?

00:15:18: Ach, da kann ich dir einige Momente nennen.

00:15:23: Der schmerzhafteste Momente in der Reflexion, das habe ich in dem Moment nicht so wahrgenommen, war der Tod meiner Schwester, die sehr, sehr früh vor mir gegangen ist und die Dualität des Lebens dann sehr stark gespürt habe und erfahren habe.

00:15:40: Also auf der einen Seite hatte ich das Glück sehr, sehr viel.

00:15:44: Reichen zu dürfen, Fußballer zu werden, früh sehr sehr viel Geld zu verdienen und gesund durchs Leben zu gehen und auf der anderen Seite eben diesen Schicksalsschlag jeden Tag vor Augen geführt zu bekommen, dass meine leibliche Schwester eben mit einer Krankheit auf die Welt kommt, die zu dem Zeitpunkt noch unheilbar war.

00:16:05: Das war schwer für mich innerlich zu begreifen und ich wollte es lange auch nicht annehmen.

00:16:14: Und diesen Widerstand, der sich dann in mir über viele Jahre aufgebaut hat, der hat oft eben nachher auch im Außen so impulsiven Verhalten geführt, weil diese Ungerechtigkeit des Lebens für mich nicht vereinbar war.

00:16:29: Also das jetzt mal erst ein Beispiel zu nennen, aber das ist wohl mit das Schwierigste Thema gewesen, das ich hatte.

00:16:34: Ja.

00:16:35: Denn Schwester ist in Moskow wie Zidose gestorben.

00:16:38: Stoffwechsel, Krankheit, wie Alvasi?

00:16:43: Du empfindest das, wenn ich dich richtig verstehe, als Ungerechtigkeit?

00:16:48: Ja, ich habe lange, ich habe es lange als Ungerechtigkeit empfunden, wie vieles anderem leben.

00:16:53: Also, aber auch anders.

00:16:58: Wenn man sich, wenn man anfängt, für meine Verhalten, sich wirklich mit sich selbst zu beschäftigen, also die Verantwortung für das Leben zu übernehmen, das klingt tribal, weil jeder würde sagen, naja, Verantwortung übernehmen, aber ich kann mich in einer Situation erinnern.

00:17:14: Da lief ich an den Spiegel vorbei und ich konnte in diesem Spiegel nicht vorbeischauen und schaute mir selbst in die Augen.

00:17:22: und das war so wirklich so.

00:17:23: einer dieser Momente, wo so diese Frage kam, hey, wer bist du eigentlich?

00:17:28: Was machst du hier?

00:17:29: Das war so die Zeit in meiner Rockstar-Zeit nach dem, nach der Fußballerkarriere als Unternehmer.

00:17:35: Und ich werde diesen Moment nie vergessen, weil ... Es war überall Party, alles lief super, geschäftlich lief es top.

00:17:43: Also die Immobilienpreise konnten wir eigentlich quartalsweise erhöhen.

00:17:48: Und es hat sich eigentlich nichts gefehlt.

00:17:51: Ich lief ein Spiegel vorbei und schaute mir selbst in die Augen, konnte nicht einfach weiterlaufen, sondern es waren so diese zwei, drei Sekunden.

00:17:58: Wo du wirklich so so, hey, wer bist du eigentlich wirklich?

00:18:02: Was machst du hier?

00:18:04: Wenn ich nie vergessen, weil das war mit der Startpunkt.

00:18:08: Mein Ego war noch zu stark in dem Moment.

00:18:11: Ich wurde dann schnell wieder reingezogen in den Alltag.

00:18:16: Aber diesen Moment habe ich lange nicht vergessen und er kam immer wieder in ruhigen Phasen, wenn ich da mal bei mir war, zu mir und diese Frage hat mich nicht mehr losgelassen.

00:18:25: Wer bist du eigentlich wirklich?

00:18:27: Du hast so vieles erreicht und hast trotzdem immer weiter gesucht, nach

00:18:32: mehr.

00:18:33: Du hast zu vieles verloren und dann wieder aufgebaut.

00:18:37: Aber es war nie eine nachhaltige Frieden, könnte man sagen.

00:18:43: Das beschreibt es eigentlich.

00:18:45: Den habe ich ja später gefunden.

00:18:46: Aber dieser Moment an dem Spiegel, der war so, schau mal da tief rein.

00:18:53: Da wartet noch mehr.

00:18:54: Da ist irgendwas.

00:18:55: Und diese Neuge hat sich dann angefangen zu entwickeln.

00:18:59: Das heißt, du bist ... Fußballstar beim FC Bayern München, beim größten Sportclub der Welt, Spiels Bundesliga, Spiels Champions League.

00:19:07: und nach deiner Karriere bist du ja Unternehmer geworden, bist nach Ibiza gezogen und hast ein Rockstar-Leben geführt.

00:19:15: Und trotzdem hast du dich gefragt, wer du bist.

00:19:21: Ja, aber trotzdem, dass das Leben so gut zu mir war, könnte man eigentlich fragen.

00:19:31: Und das ist richtig so.

00:19:32: Aber die Frage oder anders.

00:19:36: Ich habe beobachtet, dass wir als Menschen an diese schmerzhaften, schweren Fragen, wir kommen nicht dran vorbei.

00:19:49: Wer bin ich wirklich?

00:19:51: Das ist eine Frage, die werden wir uns alle früher oder später stellen.

00:19:55: Die, die ihre Ziele nicht erreichen und stets ihren Zielen hinterherlaufen.

00:20:01: Die sind da getrieben und andere, die ihre Ziele erreichen, stellen dann fest, damit die Ziele reicht und setzen mir das nächste Ziel.

00:20:09: Und so weiter und so fort.

00:20:11: Irgendwann, für mein Dafürhalten, raucht es Grenzerfahrungen.

00:20:19: Denn in einer Grenzerfahrung, und das habe ich auch so erfahren, vielen Menschen mit denen ich gesprochen habe, die weitaus mehr Erfolg hatten als ich, gab es... auf dieselben Antworten.

00:20:31: In der Grenzerfahrung, und das war bei mir eins zu eins so, ist all das, womit ich mein Leben identifizierte.

00:20:38: Also in seiner Zeit waren das das nächste Mobilienprojekt, die nächste Part, die die größere Yacht, die ist heure Ruhe und Auto und Status Symbol, der Status in der Gesellschaft, in der Firma und so weiter.

00:20:54: Das brach weg.

00:20:56: Also mein Wertesystem brach in sich zusammen.

00:21:00: Und jetzt ist aber etwas Erstaunliches passiert.

00:21:04: In dem Moment, als das Zusammenbrach und so in der Spitze das Zusammenbruchs bei mir, da bin ich in eine Zinswände reingeraten, so muss man es richtigerweise sagen, die sich sehr stark auf die Umsätze der Immobilienbranche ausgewirkt hatten.

00:21:23: Aber in diesem Moment, als diese Identifizierung mit all dem im Außen wegbrach, hat sich in mir ein Gefühl breit gemacht, dass ich vorher geglaubt habe, immer gefunden zu haben, in dem Glück, dass ich mir im Außen erkauft oder erarbeitet habe.

00:21:41: Und das war ein Schlussmoment in meinem Leben, weil mir dann plötzlich klar wurde, Moment, Christ, also irgendwo läufst du hier auf einer komplett falschen Platte.

00:21:51: Du reißt sämtliche Ziele, hast Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück, Glück.

00:22:05: Und jetzt bricht alles weg und auf einmal hast du aber ein Gefühl, dass das Glück um ein Vielfaches mehr überholt.

00:22:08: Und das war mir klar, ich war mindestens dreißig Jahre lang auf dem Holzweg unterwegs.

00:22:14: Nämlich.

00:22:15: Im bedingten Glück, Status, Projekte, Bewerten, reagieren, vergleichen, Hass, Geer, Wut, immer weiter, immer schneller, meistens mit meinen Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit.

00:22:29: Ich war eigentlich nie dort, wo das eigentliche Leben stattfindet, nämlich im Jetzt.

00:22:33: Und als das alles wegbrach und ich konnte nichts dagegen tun, also das ist schild.

00:22:39: Ich habe noch dagegen angekämpft und versucht.

00:22:42: meine Holding zu retten, Investoren zu finden.

00:22:45: Es hat, als wenn das Leben es wollte, dass ich in diesem, dieses Mal, in meinem Leben, nach thirty-fünf Jahren, das einmal nicht schaffe, die Situation zu lösen, um die Erfahrung zu machen.

00:22:58: Und das hat eigentlich mein ganzes Leben verändert, weil ich feststelle dann, okay, ich bin so tief tief friedlich.

00:23:09: ohne irgendetwas im Außen zu brauchen.

00:23:12: Nichts und niemand.

00:23:13: Und das hat mein ganzes Wertesystem auf den Kopf gestellt bis heute.

00:23:18: Lass uns bitte mal wirklich an den Anfang deines Lebens in deiner Karriere gehen.

00:23:22: Und da gibt es ja einen schönen Satz von dir, dass du sagst, am Anfang war da nur ein Junge mit einem Traum und einem Ball

00:23:32: am Fuß.

00:23:32: Ich sag's dir, wie's das ist.

00:23:33: Und das ist ja so schön, ich hab eine.

00:23:36: Ich habe mich also vielleicht das nur kurz vorne weg, dass deine Community das ein bisschen einordnen kann.

00:23:43: Als dieser komplette Wegbruch, all diese Umstände, wovon ich glaube, das wäre mein Leben stattfand, habe ich mich erstmal zurückgezogen.

00:23:56: Ich habe mir keine Zeit gesetzt, wie lange, sondern ich habe gespürt und das auch das erste Mal in meinem Leben.

00:24:02: Dass die Einsamkeit und die Stille so wirklich anfangen, was gruselig, Aber dann wurde es, also mit jedem Tag, kautest du eigentlich mit zusehen, meine Mutter war völlig, die hat mich nicht mehr wieder erkannt, die sagt, wo bist du?

00:24:15: Wenn alle gerade wandern.

00:24:16: Ja, mit wem?

00:24:17: Ja.

00:24:18: Alleine wieder.

00:24:19: Da sage ich, muss ich mir Sorgen machen.

00:24:21: Da sage ich, nein, wir haben ganz im Gegenteil.

00:24:23: Ganz im Gegenteil.

00:24:24: Hier passiert irgendwas.

00:24:25: Ich kann es denen noch nicht ganz genau abschließend sagen, was es ist.

00:24:28: Aber es ist... Es ist etwas, was ich auch in Worte schwer beschreiben kann.

00:24:33: Es ist wunderschön.

00:24:34: Also ich habe mich erst mal zurückgezogen nach einem Leben von thirty-seven Jahren auf der Beholspur.

00:24:42: Und ich habe das Buch dann geschrieben.

00:24:45: Ich habe viele Quotes geschrieben.

00:24:47: Eines der Quotes war, go back to the future of your thoughts as a child.

00:24:53: Weil du grade sagst, du hast früher das Kind, das einfach diese Vision hatte.

00:24:58: Und ich habe festgestellt, je mehr ich in mich kehrte und reflektierte, je mehr Glückseligkeit fand ich an Dingen, Visionen und Projekten, die als Kind schon präsent waren.

00:25:12: Die wäre vergessen im Verlauf des Lebens.

00:25:16: Und jetzt zu deiner Frage zurück, ganz genau, als Kind.

00:25:20: Ich bin auf den Platz gegangen, auf den Fußballplatz mit sechs, sieben Jahren und die Zeit war vergessen.

00:25:26: Wir kennen das alle.

00:25:27: Jeder hat solche Momente, wenn wir... Also, jetzt gibt's doch nicht jetzt... Wie viel?

00:25:34: Zwei Stunden verflogen?

00:25:35: Das ist ja wie verflogen.

00:25:36: Ich komme mir gerade vor wie fünf Minuten.

00:25:38: Diese Flow-Momente nenne ich sie.

00:25:40: Diese mühelosen Flow-Momente.

00:25:43: Ich hatte heute einen im Gym.

00:25:44: Auf einmal schau ich auf die Uhr.

00:25:45: Wann sind zwei Stunden rum?

00:25:47: Manchmal weißt du selber, musst du die Sätze wirklich rausgressen und manchmal bist du aber im Flow.

00:25:53: Und so war es als Kind bei mir.

00:25:55: Ich hatte dieses große, große Glück, auch wenn meine Kindheit... Durch ihr Haus, würde ich mal sagen, hätte besser laufen können und relativ konfliktbehaftet war, wenn man sich meinen Eltern Haus anschaut.

00:26:07: Aber ich hatte eben dieses große Glück, dieses bisschen Talent mitzubekommen, um auf dem Fußballplatz die Welt um mich herum zu vergessen.

00:26:17: Und aus diesen Momenten, aus diesen Momenten als Kind ist diese Vision entstanden, Fußballprofi werden zu wollen, mit sechs Jahren bei Bayern München.

00:26:29: Was war der Konflikt?

00:26:31: Du bist in München geboren, deine Mutter ist Österreicherin, dein Vater Deutschland, du hast eine doppelte Staatsbürgerschaft.

00:26:37: Was war der Konflikt?

00:26:39: Im Elternhaus?

00:26:40: Ja.

00:26:43: Ja, mein Elternhaus war mal per se, haben es meine Eltern nicht leicht gehabt, oder?

00:26:51: Sie haben mich jetzt auf die Welt gebracht und danach ein Kind bekommen, eine Schwester Maritores, die totkrank ist.

00:26:59: Und das per se ist schon mal ein Umstand der Der, würde ich mal sagen, jede Familie in jedem Fall mal vor eine anspruchsvolle Situation stellt.

00:27:10: Jetzt muss man halt dazusagen, in meinem Fall waren meine Eltern, hatten auch noch ihr Päckchen mitgebracht aus ihrer Vergangenheit.

00:27:17: Und so war unsere Kindheit sehr, sehr angespannt.

00:27:25: Sie war sehr gewaltbehaftet.

00:27:27: Sie war sehr, ja auch mit Alkohol geprägt.

00:27:32: Diese Gemengenlage hat sich natürlich und aber wobei ich als ich ein Kind war, habe ich das nicht wirklich wahrgenommen.

00:27:43: Das war so wie es war.

00:27:45: Ich habe schon dann den Vergleich gezogen, wenn ich mal irgendwie bei einem Freund war und festgestellt habe, es kann irgendwie auch sehr harmonisch sein.

00:27:51: Man kann am Samstag oder am Sonntag auch als Familie am Tisch sitzen und man hat ein Frühstück gemeinsam, man kann Gespräche unterhalten.

00:27:57: Das habe ich schon als sehr positiv wahrgenommen und sehr erstrebenswert und das hat Sicherlich auch meine Resilienz gebildet, dann mit dem, sag ich mal, Talent, dass ich hatte, als Fußballer, weil München auch Titel zu gewinnen.

00:28:10: Aber am Ende des Tages hat das auch sehr, sehr viel Angst geschürt in mir als kleiner Junge.

00:28:15: Ich kann mich an eine Situation erinnern.

00:28:17: Das war die Nacht von meinem neunten auf mein zehntens Lebensjahr.

00:28:22: Da lag ich im Bett und ich wollte diese Nacht einfach überleben.

00:28:27: Und das sind ... Situationen, die sind mir aufgefallen, als ich anfing, mein Buch zu schreiben.

00:28:33: Das war mir in dem Moment alles nicht bewusst.

00:28:35: Aber natürlich, wenn du dann, und das war jetzt ein Beispiel, wenn du dir diese Dinge dann reflektierst und dich reinversetzt, so, hey, ich bin selber auch Vater und denk mir so, wow, also wenn meine Tochter solche Gedanken hätte, dann glaube ich, habe ich sehr, sehr viel falsch gemacht und ich will hier ganz und gar nicht meinen Eltern dann irgendeinerweise einen Vorwurf machen.

00:28:55: Wie gesagt, die haben unglaublich... Anspruchsvolle eigene Schicksale gehabt.

00:29:01: Sie haben in ihren Rahmen und in ihren Möglichkeiten sei es finanziell oder auch auf der Bewusstseinsebene das Beste gegeben, aber es war sehr, sehr anspruchsvoll.

00:29:12: Auf der einen Seite.

00:29:14: Auf der anderen Seite habe ich unglaublich viel Resilienz gebildet in diesem Alter, um mir dieses Ziel, das sie wischen gesetzt, Fußballprofi zu werden bei Bayern München.

00:29:26: Und das hat er zum Glück dann auch funktioniert.

00:29:29: Warum wolltest du diese eine Nacht überleben?

00:29:32: Warum ging es in dieser eine Nacht darum, zu überleben?

00:29:34: Das

00:29:36: kann ich dir gar nicht sagen.

00:29:38: Ich kann es dir nicht sagen.

00:29:40: Wie gesagt, es war sehr, sehr viel Gewalt.

00:29:43: Es war in dieser Zeit in unserem Elternhaus sehr viel Alkohol.

00:29:50: Ich glaube, dass diese Übergriffe einfach diese Angst in mir so groß hat werden lassen.

00:30:00: Neun auf zehn, zehn war so, ja, man wird jetzt dann zehn so.

00:30:04: Ja, man hat zwei Zahlen nicht mehr ein und das war einfach irgendwie so.

00:30:07: ein kleines, war irgendwie schon ein schöner Ausblick für mich und ich wollte, ich wollte den einfach erleben.

00:30:13: Ja, aber es zeigt natürlich auf der anderen Seite, wie viel Verzweiflung da in dieser jungen Seele sich breit gemacht hat in dem Alter,

00:30:22: ja.

00:30:23: Und dann ja auch noch kombiniert mit so einem Leistungsdruck.

00:30:27: Weil in dem Alter warst du im Nachwuchszentrum des FC Bayern München.

00:30:30: Das heißt, da musst du auch performen.

00:30:32: Du hast diese Ängste, du hast die Situation, die du gerade beschrieben hast.

00:30:35: Und dann gehst du aufs Trainingsgelände und musst funktionieren, musst dich durchsetzen, musst versuchen, der Beste zu sein.

00:30:42: Wie hast du das geschafft, dass du so umschalten kannst?

00:30:47: Ja, umschalten ist per se eine meiner größten Stärken generell.

00:30:50: Auch heute noch.

00:30:51: Ich kann Situationen sehr schnell abhaken und mich sofort wieder nach vorne orientieren.

00:30:55: Und das scheinbar habe ich dann auch schon als Kind in mir getragen.

00:30:59: Jedenfalls war der Fußball einfach der Anker und der Ausweg für mich aus dieser Misere.

00:31:07: Und jeder auf dieser Welt, der schon mal eine eine Vision hat in seinem Leben.

00:31:14: die aus dem Herzen heraus geboren ist.

00:31:16: Der weiß wovon ich spreche, weil du wirst dich von nichts und niemanden abbringen lassen, wenn du diesen Anker gesetzt hast.

00:31:26: Und es kam mir noch so ein paar Nachher in meinem Leben, da können wir gleich wo Leute gesagt haben.

00:31:31: Ich mein, Chini und Wahnsinn ist immer sehr einigem Beineinander, nicht wahr?

00:31:35: Aber als ich sagte und anfing mit sechs Jahren die Poster von den Bayern-Stars, Reim und Aum an, Stern, Kopf, Scholl, wie sie alle hießen früher, an meine Kinderzimmerdecke zu kleben, fragte mich natürlich meine Mutter auch irgendwann, ist das jetzt normal, klebst doch einfach bitte normal an die Wand.

00:32:00: Ich sagte, nein, ich möchte, wenn ich ins Bett gehe, ich möchte einfach diese Bilder sehen.

00:32:05: Ich habe mir jede Naht, jede Adidas Naht, das hat sich eingebrannt in mir.

00:32:12: Ich wollte es beim Schlafen gehen und beim Aufwachen sehen.

00:32:16: Und was ich damit sagen will ist, wenn du eine Vision hast und das brauch ich dir nicht sagen tun, du hast jetzt auch ein wunderbares Buch geschrieben und hast so viele tolle Steps in deiner Karriere erfahren und gemacht vor allem.

00:32:28: Du hast Action, du hast sie umgesetzt, du warst nicht in der Theorie.

00:32:33: Und so ist es mit uns Menschen auch.

00:32:36: Und wir alle haben diese Visionen.

00:32:39: Das, was ich nur lebe, gerade jetzt in den letzten drei, vier Jahren, als ich sehr, sehr stark in die Persönlichkeitsentwicklung eingetaucht bin und mit vielen Menschen mich einfach, weil es mir Freude macht, austausche, dass viele diese Zweifel zu groß sind und vergessen haben, wer sie eigentlich wirklich sind.

00:32:56: Aber ich komme jetzt zum Punkt, weil sonst bin ich hier sehr, sehr ausschweifend, diese Vision war gesetzt.

00:33:01: Und es war mir eigentlich wurscht, da konnte.

00:33:06: mein Vater war sehr gewaltsam.

00:33:08: Da konnte wieder irgendwas passiert sein.

00:33:12: Und dann war zwar die Angst da, aber ich habe mir gesagt, ich werde Fußballprofi und ich werde hier rauskommen.

00:33:20: Und nicht.

00:33:23: Wenn die Kittys und meine anderen Kollegen abgeholt wurden, hingefahren wurden zum Turnieren, meine Mutter war verhindert und konnte nicht.

00:33:31: Da bin ich mit oben gefahren, das ist mir scheißegal gewesen.

00:33:33: Ich bin bei diesem Turnier und ich spiele dieses Turnier.

00:33:36: Und so hat sich das eigentlich durchgezogen.

00:33:39: Resilienz und diese Willpower, wobei im Verlauf meines Lebens hat sie mich dann schon auch eingeholt.

00:33:45: Also das ist auch ein Thema, würde ich gerne mit dir noch mal drüber sprechen, der kurz zum Erfolg bei deinem wunderbaren Buch.

00:33:52: Erfolg ist halt so ein, ist ein wunderbares Wort, nur was ist Erfolg?

00:34:00: Wie definieren wir Erfolg und welche Werte liegen darunter?

00:34:04: Welche Intentionen bilden meinen Spirit, meinen Drive, meinen Charakter aus?

00:34:10: um diesen Erfolg zu erreichen.

00:34:13: Und jetzt ganz kurz noch zu dem Thema Bayern München und meine Visionen.

00:34:18: Bei mir war es die Angst.

00:34:20: Es war die Angst, aus der Misere rauszukommen.

00:34:23: Finanzielle Nöte, Gewalt, Unsicherheit.

00:34:27: Wenn ich von der Schule nach Hause komme, überhaupt in mein Haus, kriege ich Mittagessen, kriege ich kein Mittagessen.

00:34:31: Wie geht es meiner Schwester?

00:34:33: All diese Themen haben diese Resilienz auf Basis der Angst ausgebildet.

00:34:38: Und natürlich sehr extrem.

00:34:40: Also du kannst schon, für mich ist es kein Erfolg gewesen, jetzt bei einem München Profi zu werden, Erfolg wäre für mich gewesen, hätte ich das erreicht aus einem inneren Frieden, aus einem Liebe heraus, aus einem altrüstischen Lebensstil heraus.

00:34:56: Das wäre für mich Erfolg.

00:34:57: So war es eher ein Mittel zum Zweck basierend auf Angst.

00:35:04: Du hast gesagt, dass du den Tod deiner Schwester als ungerecht empfindest.

00:35:08: Mit welchem Gefühl bist du als Kind zum Training gegangen oder zum wichtigen Turnier mit der U-Bahn gefahren?

00:35:15: Warst du auch... Sauer zu sehen, wie gut es die anderen Kinder haben, wie gut es deine Mitspieler haben, wenn sie gebracht werden von ihren Eltern.

00:35:24: Schön mit dem SUV vorgefahren.

00:35:27: Alles Rich FC Bayern München, Sebener Straße, Nachwuchszentrum.

00:35:31: Alles ist super, super High End.

00:35:34: Und dann kommst du da aus deinem Elternhaus und siehst diesen ganzen Reichtum, diesen ganzen Glanz, diese ja auch heile Welt, die da aufgebaut wird.

00:35:44: Wie war das für dich?

00:35:45: Das hat mich immer angespannt.

00:35:47: Immer.

00:35:48: Es gab eine Phase in meinem Leben.

00:35:51: Da hat der victim victim victimization die Opferrolle überhand genommen.

00:35:55: Da komme ich gleich drauf.

00:35:58: Sonst hat mich alles im Leben angestachelt.

00:36:00: Ich wollte es eigentlich dann noch mehr erreichen.

00:36:02: Ich habe gesagt okay das aber und vor allem eigentlich das viel wichtiger.

00:36:06: Es hatte für mich nie die wirklich große Wertung, tatsächlich.

00:36:11: Es war nie so, dass ich gesagt habe oder gefühlt habe auch tatsächlich.

00:36:18: Es wäre irgendwie schön, wenn ich abgeholt werde in dem Sinne, sondern es war eher dann, okay gut, was machen wir draus?

00:36:30: Es war nie, es gab eine Phase in meinem Leben, die auch in meiner Depression führte, wo ich wo ich diese Lösungsansätze einfach nicht in die Umsetzung gebracht habe, weil es schier für mich nicht lösbar war das Problem.

00:36:44: Das war das Thema der Zinswender im Immobilienmarkt.

00:36:47: Ich war voll investiert.

00:36:48: Ich habe dreistellige Millionenbeträge bewegt.

00:36:53: Ich war geleveraged.

00:36:55: Ich habe sozusagen sehr gute Umsätze gefahren, meine Projektkalkulationen entgegen.

00:36:59: den Boulevard-Meldungen, die dann da natürlich händereibend geschrieben wurden, waren, wenn du, ich mach kurz ein Sprung jetzt mal in so einem Unternehmertum vielleicht, wenn du dir meine Projekt-Kalkulation, ich bin Jungfrau als Sternzeichen, also wir sind schon sehr akkurat, wir mögen es sehr genau, also wenn du dir meine Projekt-Kalkulationen anschaust, dann waren die eigentlich alle outperformed.

00:37:21: Ich hab in jeder Kalkulation die Kosten höher gemacht und also das hat eigentlich immer gepasst hat, nur... Und dazu stehe ich auch.

00:37:30: Ich habe die Zinswände in dieser Dynamik und der Schnelle im Markt nicht kommen sehen.

00:37:36: Ich war aber voll investiert.

00:37:37: Also jeden Ertrag, den wir gemacht haben, habe ich, ich habe schon mein Rockstar-Leben geführt.

00:37:44: Aber es war immer so, dass ich gesagt habe, da ist so viel in der Pipe noch drin.

00:37:50: Absolut okay, wenn ich jetzt mein Rockstar-Leben für, es steht für mich im Verhältnis für den Druck und das Risiko, dass ich als Unternehmer, als Rookie, als Quereinsteiger In diesem ohnehin schon überhitzten Markt muss man ja noch dazu sagen, gerade in Münchern.

00:38:03: Eingehe, habe ich auch bewusst gesagt, ich möchte mir das jetzt mal gönnen.

00:38:07: Ich kaufe mir jetzt mal diese Yacht.

00:38:08: Ich fliege jetzt einfach mal privat.

00:38:10: Und das ziehe ich mal durch und tauche.

00:38:13: Da sind wir wieder beim Thema, wenn wir was machen, machen wir das hundert Prozent.

00:38:15: Das war auf dem Platz schon dann nur so.

00:38:17: Das ist ja meine, wenn wir jetzt rausgehen, wir können zwei Null untergehen, aber wir können jetzt einfach noch zwei kassieren oder wir biegen das Spiel um.

00:38:25: Also wenn dann Vollattacke.

00:38:26: Und so habe ich einfach auch gelebt.

00:38:29: Aber jetzt komme ich genau zu dem Punkt, den die Zins, wenn ihr mir dann einfach gebracht habt, ich habe dieses für mich verhältnismäßig große Rad, was ich angeschoben habe, insofern nicht mehr weiter bewältigen können, weil die Zins innerhalb kürzester Zeit nach oben schossen und somit die Kleins, also auf der Kundenseite, kein Umsatz mehr dabei, also nicht nur ein bisschen oder weniger, kein Umsatz mehr da.

00:38:55: Auf der anderen Seite sind meine Kosten uns vierfache gestiegen.

00:38:59: Und dann war schon der Ansatz erst mal da wieder lösungsorientiert.

00:39:02: Nur das war sozusagen mürbend, über zwei Jahre hinweg.

00:39:06: Und ich habe natürlich dann auch schon wieder meine Freunde von der Presse gesehen, hier hinten im Nacken, gespürt, hinten im Nacken.

00:39:13: Und das hat mich jetzt, du merkst das ja, ich kann jetzt wirklich mit einem Schalk, sag mal, bei uns drüber reden und mit einem lachenden Auge.

00:39:23: Es war im Rückblick die dunkelste Stunde oder dunkelste Phase meines Lebens, weil ich keine Lösung fand.

00:39:36: Die Phase, als du Unternehmer warst auf Ibiza, im Immobilienbusiness warst und alles zusammengebrochen ist.

00:39:43: Das war dunkler als die Phase, die du in deiner Kindheit hattest.

00:39:46: Zumindest in der Wahrnehmung, weil ich in dem Moment ... ganz anderen Bewusstseinsgrad hatte.

00:39:53: Als Kind habe ich sehr, sehr viel verdrängt.

00:39:56: Und ich habe das, ich habe es als Kind nicht so klar, dieser Moment von meinem neunten auf einem zehnten Geburtstag zeigt eindeutlich, wie viel Angst da in mir war.

00:40:06: Aber es war, ich würde mich dennoch nicht als ein trauriges Kind beschreiben.

00:40:12: Ich würde mich als ein introvertiertes, zurückgezogenes Kind beschreiben, das Schmerz, durchaus fühlt und diese Dualität des Lebens, jeden Morgen am Frühstückstisch mit der Schwester zu sitzen und diese Dualität sehr früh erfahren hat, aber ich würde mich dennoch nicht als wirklich trauriges Kind beschreiben.

00:40:33: Und deshalb sage ich auch, die dunkelste Phase war diese Phase als Unternehmer, als ich keinen Lösungsansatz im Leben fand für die Herausforderung, die anstand.

00:40:45: weil das war dieses Unmachtsprinzip.

00:40:47: Also ich hatte Angst davor, wieder in eine Ecke gestellt zu werden öffentlich, die sehr einseitig dargestellt wird wahrscheinlich und noch viel schlimmer eigentlich konnte, hat keine Lösung finden für dieses Problem der Zinswände.

00:41:04: Und das hat mich sukzessive in eine Depression manifriert, die Die in der Spitze auch dazu führte, dass ich tatsächlich nicht mehr am Leben sein wollte.

00:41:21: Es gab diese Phase.

00:41:24: Was war das für ein Moment, wo du nicht mehr am Leben sein wolltest?

00:41:30: Es gibt diesen Moment, ich meine, ich habe die Zinswände, ich habe sie gespürt oder ich habe sie angefangen.

00:41:43: zu antizipieren im ersten Quartal, Zweiundzwanzig.

00:41:49: Den Moment, den ich jetzt gleich schildern werde, der ist eineinhalb Jahre später entstanden, also hat sich eineinhalb Jahre dieser Druck, diese Angst öffentlich wieder in Licht gestellt zu einem Pranger gestellt zu werden, so groß gemacht, dass es den Moment gab, wir waren auf Ibiza, ich habe eigentlich den Sommer hinweg immer auf meiner Boot gelebt.

00:42:13: Das war ein Nachmittag und ich hatte einige Gäste am Bord wieder und guckte noch auf Deck zwei hoch und sah meine bekannten Feiern und trete mich um, ging zur Badeplattform des Schiffs und sah im Augenwinkel noch meine Chef-Stewardess.

00:42:35: Es war nicht nur eine Stewardess für mich, sondern eigentlich wie Familie.

00:42:41: Ich sah sie noch, wie sie zu mir rannte.

00:42:43: Sie spürte, dass auch in mir etwas energetisch in diesem Moment passierte.

00:42:48: Und ich ging ins Heck meine Schiffs und schaute noch kurz hoch und habe mein Leben in dem Moment nicht aufgegeben.

00:43:00: Und ich würde auch nicht sagen, ich bin nicht aufgegeben.

00:43:06: Aber ich wollte es in die Hand Gottes legen.

00:43:12: Ich habe mir gesagt, Ich habe mein ganzes Leben Gas gegeben.

00:43:16: Ich habe wirklich versucht, aus dem Herzen herauszuleben.

00:43:22: Und wenn ich dieses Problem in dieser Immobilienkrise nicht löse, werde ich wieder öffentlich in eine Richtung gelenkt, die ich also nicht fern fand.

00:43:33: Und ich habe mein Leben dann in the universe got higher self, wie auch immer du es nennen willst, gelegt und habe mich ins Heck fallen lassen.

00:43:47: bei Fahrt und es sind ja drei recht große Schiffsschrauben gewesen.

00:43:52: Und ich hatte zwei, drei Sekunden.

00:43:56: Ich kann es nicht genau sagen, wie lang Todesangst.

00:43:59: Ich wusste nicht, ob ich angezogen werde oder weggedrückt werde.

00:44:03: Also es war eine Situation, in der ich mich völlig hingegeben habe in den Lauf des Lebens.

00:44:12: Und das war der Moment, als ich starb, bevor ich wirklich gestorben bin, weil ich habe es überlebt.

00:44:19: und

00:44:24: zusammen mit den Erfahrungen, die ich bis dahin in meinem Leben gesammelt habe, was ich dir vorher sagte, bedingt des Glück, mein Leben bricht weg, das heißt danach alles passiert und hin in die Liebe gefunden habe, ins Vertrauen, in Worte, die vorher für mich Konzepte waren wie Güte, wie Mitfreude.

00:44:48: Die sind in Fleisch und Blut übergegangen und ich habe ins Vertrauen des Lebens zurückgefunden.

00:44:55: Und seitdem hat sich mein Leben sukzessive komplett verändert.

00:45:00: Aber das war ein großer Schlüsselerlebnis.

00:45:03: An dieser Stelle brauchen wir alle mal eine Pause.

00:45:06: Okay, lasst uns morgen weitermachen.

00:45:09: Morgen gibt's den zweiten Teil der Christian-Lale-Story.

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